EUR 12,99
Querverlag; 1. Edition
383 Seiten
#schwul Weitere Infos
Clemens ist erfolgreicher Schlagzeuger und reist in den 2010er Jahren auf die Nordseeinsel Ameland, um seinem Leben eine neue Richtung zu geben.
Der junge Leo übernimmt im Köln der 1930er Jahre die Kunsthandlung seines Vaters und will in turbulenten Zeiten seine Liebe leben.
Simone ist Fischer im Neapel des Jahres 1826 und träumt davon, sein Leben dem Theater zu widmen.
Ihre Suche nach Liebe und Vollendung wird durch ein geheimnisvolles Gemälde berührt, das alle Zeiten überdauert, ihre Leben miteinander verbindet und sie ihre eigenen Wege gehen lässt.
Mit behutsamer Sensibilität und unverwechselbarer Stimme erzählt Johannes Albendorf in raffiniert ineinander verwobenen Geschichten von den Reisen, die wir im Inneren beginnen. Ein Buch voll sinnlichem Zauber und Lebensdrang, über die Kraft der Kunst und über die Liebe, die nur einen Moment dauern kann.
EUR 12,99
Querverlag; 1. Edition
428 Seiten
#lesbisch Weitere Infos
Die idyllische Landschaft der Uckermark wird zur Kulisse einer verstrickten Familiengeschichte vor dem gesellschaftlichen Hintergrund von Ost und West, von rechts und links, von Licht und Dunkel.
Mitten im Februar wird ein Siebzigjähriger leblos in seiner verbrannten Gartenlaube am Uckersee gefunden. Er hinterlässt drei erwachsene Kinder im Westen Deutschlands. Die Untersuchungsergebnisse der Prenzlauer Polizei weisen nur nicht auf einen Mord hin. Dabei liegt organisierte Brandstiftung doch auf der Hand. Das begehrte Filetstück am Uckersee ist ein fetter Happen für Investoren. Warum wird da nicht genauer hingeschaut, fragen sich die Hinterbliebenen. Insbesondere Peggy, die jüngste Tochter, zweifelt umso mehr, als sich herausstellt, dass der Alte seine Hinterlassenschaften einer unbekannten, jüngeren Frau gewidmet hat. Die Suche nach ihr führt in Richtung Osten zu einer Immobilienverwaltung, dann weiter nach Polen und plötzlich gerät auch noch eine esoterische Kommune ins Blickfeld. Glitt der eingefleischte Pragmatiker in Verschwörungsfantasien ab?
Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist in vielen muslimischen Gemeinschaften noch immer stark tabuisiert. Gläubige insistieren dabei auf der Unvereinbarkeit zwischen einer religiösen und einer sexuellen und/oder geschlechtlichen Identität, wie sie ihrer konservativ ausgerichteten Auslegung des Korans entspricht. Aus dieser Situation ergibt sich ein vielfacher Bedarf an Unterstützung und seelsorgerischer bzw. rechtlicher Beratung, der die Anlaufstelle Islam & Diversity (AID) seit März 2020 in ihrer Arbeit nachkommt. Für die queer-muslimische Community will der Sammelband Liebe ist halal eine Grundlage schaffen, denn die liberale Ausrichtung der Ibn Rushd-Goethe Moschee verbindet dabei auf einzigartige Weise die Möglichkeit, aus einer muslimischen Perspektive die notwendige Kritik an bestehenden Strukturen zu leisten, die Queerfeindlichkeit in islamischen Gemeinschaften hervorbringen – und gleichzeitig für eine queer-muslimische Bewegung eine auch wissenschaftlich fundierte Grundlage zu leisten.
Alles beginnt mit einem neuen Namen. Alex M. Gastel erzählt berührend, warum es seitdem so wehtut, den alten Namen oder die falschen Pronomen zu hören – selbst bei ungewollten Versprechern. Wie ersparen wir unseren trans* Freund*innen, unseren nicht-binären und intergeschlechtlichen Liebsten diesen Schmerz? Wie werden wir zu Verbündeten? Anhand von Alex\' Transitionsgeschichte erfahren wir, wie Sprache gleichzeitig Waffe und Heilmittel ist.
EUR 12,99
Querverlag; 1. Edition
423 Seiten
#schwul Weitere Infos
Julian will Tänzer werden. Weit weg von zu Hause entdeckt er sich in Paris neu. Dort taucht er ein in die Welt der Ballettschulen, Tanzstudios, Bühnen und vor allem ins dortige Nachtleben.
Zur gleichen Zeit kämpft sich Julians Vater daheim, am Rande des Südschwarzwaldes, aus zahlreichen persönlichen Verlusten und einer allgegenwärtigen Einsamkeit zurück ins Leben. Das gelingt ihm jedoch erst, als er eine Entdeckung macht: Ein Kästchen, das dem Großvater gehört hat, lässt ihn zuerst nach Paris und schließlich gemeinsam mit seinem Sohn nach Berlin reisen – mitten hinein in die Geschehnisse rund um den Mauerfall im Jahr 1989.
Eine Tour, bei der nichts bleibt, wie es war.
Jochen Heckmann spielt in seinem Debütroman auf poetische und sinnliche Weise mit Figuren, Perspektiven und Ereignissen, die das 20. Jahrhundert in Deutschland umfassen und sich im schicksalhaften Jahr 1989 bündeln.
Dem Deutschitaliener Umberto gelingt es nicht, den tragischen Tod seines Mannes zu überwinden, und er beschließt, an die italienische Adria zu reisen, wo die beiden viele glückliche Urlaube verbracht haben, um sich der Frage zu stellen, wie es mit ihm in seiner Trauer weitergehen kann.
In diesem Sommerurlaub lernt er die anstrengende junge Mutter Debora, den stets gutgelaunten, jüngeren Daniele und die entwaffnende und mysteriöse alte Dame Eloisa kennen. Alle drei Bekanntschaften hindern ihn unwissentlich und auf ihre eigene Art daran, sich seiner Verzweiflung vollends hinzugeben.
Während Umberto versucht, eine Entscheidung zu treffen, erfährt er etwas über seinen verstorbenen Mann, das ihn in ein Gefühlschaos stürzt. Zugleich spürt er jedoch, dass das Leben ihm noch mehr zu bieten hat.
Einmal noch beschreibt die Gefühle des Verlustes, der Trauer und der wiederaufkeimenden Zuversicht, verdichtet auf eine Zeitspanne von wenigen intensiven Wochen vor der Kulisse eines italienischen Badeortes. Ein Schauplatz, der sich dem Protagonisten als profanes Klischee aufdrängt, letztendlich aber seine Rettung bedeutet.
Sein Leben beginnt am Stadtrand von Westberlin. In einem hässlichen Neubau gegenüber einer Flüchtlingssiedlung – und nicht weit von der Mauer. Zu einer Zeit, als es das Wort „queer“ noch nicht gibt und „schwul“ allein ein Schimpfwort ist.
Die Eltern streiten viel, traumatisiert vom Zweiten Weltkrieg, der noch nicht lange her ist: Sie waren erst fünf,
als Hitler die Macht übernahm, und noch keine achtzehn, als alles endete. Der ältere Bruder – ein Fremder, der nichts mit ihm zu tun haben möchte.
Doch er sucht und findet Freundschaft– mit anderen Außenseiter*innen wie er selbst. Und irgendwann sogar Liebe und Sex – und die weite Welt.
Lange Zeit strafrechtlich verfolgt, tabuisiert und ausgegrenzt, ist die schwule Leder- und Fetisch-Szene heute lebendiger und vielfältiger denn je. Es geht nicht nur um Sex. Es geht auch um Liebe, Partnerschaften, Identitäten. SPIELEN AM RAND ist ein Gemeinschaftswerk unter Federführung des Münchner Rechtsanwalts Dr. Thomas Tetzner und unter Beteiligung von über 100 Freunden der schwulen Leder- und Fetisch-Szene aus den unterschiedlichsten Altersgruppen und sozialen Milieus. Das Buch gibt erstmals einen umfassenden Einblick in die Entwicklung der schwulen Leder- und Fetisch-Szene seit den 1960er-Jahren. Im Zentrum dieser reich bebilderten Veröffentlichung stehen über 50 Interviews mit Männern der Jahrgänge 1940 bis 2000. Sie geben Auskunft über ihre schwulen Fetisch-Identitäten, ihre Partnerschaften und alle bedeutenden Strömungen der Szene: Stiefel, Jeans und Leder, Uniform, Gummi und Neopren, Workwear, Punks & Skins, Motocross, Lycra, Sneakers, Sports & Scally , Age, Pet & Cos Play und vieles mehr. Ergänzt werden die im Buch abgedruckten Interviews durch eine umfangreiche Bebilderung und durch Beiträge zur Entwicklung der Szene, etwa zur Entkriminalisierung in den 60er-Jahren, zur sexuellen Revolution in den 70ern, zu HIV und Aids in den 80ern, zum neuen Aufbruch in den 90ern, und natürlich auch zu den Veränderungen der letzten 20 Jahre, etwa die Virtualisierung schwuler Lebenswelten oder die Diversifizierung und der Wandel schwuler Identitäten in der aktuellen Szene. SPIELEN AM RAND – 60 Jahre Leben in der schwulen Leder- und Fetisch-Szene. Ein Muss für alle, die sich für die Szene interessieren. Dieses Buch erscheint aus Anlass des 50. Gründungsjubiläums des MLC München und des 25. Jahrestags der Eröffnung des MLC-Clublokals UnderGround sowie mit finanzieller Förderung durch den MLC München und Folsom Europe, die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die Homosexuelle Selbsthilfe, die Münchner Regenbogenstiftung, den Fachverband Homosexualität und Geschichte, das Forum Queeres Archiv München, LMC Vienna, Quälgeist Berlin und viele Privatpersonen.
Oper Erfurt. Kurz vor der „Rosenkavalier“-Premiere sitzt einer der Sänger leblos in seiner Garderobe. Gibt es eine Verbindung zu dem Fall vor wenigen Wochen in Weimar, als eine Tote im Teich lag? Ja, sagt die Kripo, beide hatten Streit mit einer gewissen Swantje Mittersand. Die ist jedoch nicht nur Erfurts Rosenkavalier, sondern auch die Partnerin von Kriminalhauptkommissarin Karin Rogener, die derzeit gemeinsam mit der Bundespolizei nach Schmugglern fahndet. Als hier immer mehr Spuren nach Erfurt und in die Oper weisen, wo Swantje ungerührt weiterprobt, muss sich die Kommissarin fragen, ob das noch rein professionelle Nähe ist, was ihre Frau immer wieder mit einer jungen Sopranistin zusammenbringt. Genau diese Sängerin hatte die beiden mittlerweile Toten verärgert. Dann tauchen auch noch ihre Fingerabdrücke in den Schmuggelakten auf. Karin Rogener ermittelt.
Nach dem Abitur zieht Stefan nach Berlin, um eine Ausbildung als Bankkaufmann zu beginnen, doch seine Pläne scheitern schon kurz nach der Ankunft. Der Vermieter erscheint gar nicht erst zur Schlüsselübergabe und das windschiefe Haus entpuppt sich als Bruchbude, die bewusst dem Verfall preisgegeben wird, um die letzten Mieter zu vergraulen.
Der einzige Lichtblick ist die Hausgemeinschaft, die gegen alle Widerstände zusammenhält: Herr Wischnewski, ein kulturbeflissener schwuler Lebenskünstler, wird für Stefan zu einer Vaterfigur. Lydia bringt ihre Tochter Emmy mit feministischen Esoterikveranstaltungen durch, während das lesbische Paar Martina und Hans alles handwerklich in Schuss hält – kein leichtes Unterfangen, denn die verlassenen Wohnungen bergen gruselige Hinterlassenschaften.
Im Kellergewölbe graben Martina und Hans einen Tunnel ausgerechnet zu Stefans Ausbildungsbetrieb. Der Einbruch soll die Hausgemeinschaft mit genügend Geld versehen, um das Haus zu kaufen und die Luxussanierung zu verhindern. Der Rettungsplan entwickelt sich mithilfe einer waschechten Schatzkarte aus einem Schließfach im Tresor zu einer schrägen Schnitzeljagd quer durch Berlin.
Seinem Lebenspartner zuliebe lässt Aaron sich dazu überreden, zurück in dessen Heimatdorf zu ziehen. Für den Stadtmenschen Aaron kommt der Umzug aufs Land einer Reise in eine andere Welt gleich.
Während sein Freund Sebastian sich in die Arbeit stürzt und zurück zu alten Familienmustern findet, fremdelt Aaron mit der aufgesetzten Freundlichkeit der Dorfbewohner. Je mehr er über den Ort und die Geheimnisse der Vergangenheit erfährt, desto stärker spürt er eine für ihn kaum greifbare Bedrohung.
Denn nach und nach tun sich hinter der idyllischen Fassade des Dorfes wahre Abgründe auf. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Nachbar, der Aaron immer mehr in seinen Bann zieht …
Die junge, lesbische Pastorin Kalli Krause hat sich aus Schwerin in das kleine Moorstede versetzen lassen, um einem schmerzhaften Konflikt in ihrer Wahlfamilie zu entkommen. Doch die Kirchenmitglieder machen es ihrer neuen, unkonventionellen Leiterin nicht leicht. Und Zeit, sich in Ruhe einzuleben, hat Kalli auch nicht: Vor den Augen der versammelten Gemeinde wird ihre erste Beerdigung, die von Luisa Stuvemann, der jüngsten Tochter einer der einflussreichsten Familien der Region, von einem fremden Mädchen gestört und versinkt im Chaos.
Kallis Neugier ist geweckt, als keiner der Trauergäste das Mädchen kennen will und es nach der Beerdigung verschwunden bleibt. Auf der Spur der Unbekannten und dem Geheimnis um Luisas frühen Tod muss Kalli erkennen, dass die mecklenburgische Provinz nach ihren eigenen Regeln tickt.
Dann geschieht ein Mord und Kalli gerät selbst in den Fokus …
Oper Erfurt. Kurz vor der „Rosenkavalier“-Premiere sitzt einer der Sänger leblos in seiner Garderobe. Gibt es eine Verbindung zu dem Fall vor wenigen Wochen in Weimar, als eine Tote im Teich lag? Ja, sagt die Kripo, beide hatten Streit mit einer gewissen Swantje Mittersand. Die ist jedoch nicht nur Erfurts Rosenkavalier, sondern auch die Partnerin von Kriminalhauptkommissarin Karin Rogener, die derzeit gemeinsam mit der Bundespolizei nach Schmugglern fahndet. Als hier immer mehr Spuren nach Erfurt und in die Oper weisen, wo Swantje ungerührt weiterprobt, muss sich die Kommissarin fragen, ob das noch rein professionelle Nähe ist, was ihre Frau immer wieder mit einer jungen Sopranistin zusammenbringt. Genau diese Sängerin hatte die beiden mittlerweile Toten verärgert. Dann tauchen auch noch ihre Fingerabdrücke in den Schmuggelakten auf. Karin Rogener ermittelt.
Mit der Queerbewegung weht das Versprechen der Subversion nicht nur durch die Gänge der Universitäten, auch durch die Clubs, Bars und Kinos, in denen dieses Versprechen verwirklicht werden soll. Dekonstruktion ist dabei das Verfahren und Identität das Phänomen ihrer Wahl. Zeigt sich dennoch oder gerade deswegen aber nicht vielmehr eine Reproduktion sexistischer Stereotype? Und erklingt nicht gerade da – wo man sich besonders sexpositiv wähnt – ein neuer Ruf nach sexuellem Verzicht?
Schließt Binarität geschlechtliche Vielfalt aus? Die Autorin sagt nein und begründet, warum das so ist. Sie hinterfragt das bipolare Konzept, das eng mit dem Begriff „biologisches Geschlecht“ verbunden ist, denn damit werden Menschen in der Tat auf Genitalien und Körperfunktionen reduziert. Doch die menschliche Natur sieht nicht zuletzt mit Blick auf trans* anders aus. Binarität und Vielfalt gehören zusammen oder anders gesagt: Natur erlaubt, Kultur verbietet.
Endlich! Als Noni im Netz eine Gruppe von trans* Jugendlichen entdeckt, passen die Puzzleteile auf einmal zusammen und das Leben scheint jetzt in genau die richtigen Bahnen zu gleiten. Zum ersten Mal fühlt Noni sich zugehörig und verstanden, bekommt nicht nur von der Familie, sondern auch von Fachleuten Unterstützung, und dann taucht auch noch Mirna auf ... und plötzlich wird alles dann doch wieder ganz anders …
Einfach nur Noni bricht ein ganz neues Tabu und erzählt die Geschichte einer beginnenden Transition. Doch Noni muss den bereits eingeschlagenen Weg noch einmal neu überprüfen und dabei erneut gegen Widerstände, Vorurteile und Rollenvorstellungen ankämpfen – und sich den elementaren Fragen stellen: Wie erkennen wir, was wir wirklich sind? Und ist es nicht manchmal schwerer, den vermeintlich einfacheren Weg zu gehen? Und was, wenn dieser bereits eingeschlagene Weg sich als falsch erweist?
Ein Heckenschütze versetzt die Bewohner der Stadt Brandenburg an der Havel in Angst. Scheinbar wahllos richtet der Sniper aus dem Hinterhalt unschuldige Passanten hin. Dank eines Augenzeugen vermutet die leitende Ermittlerin Claudia Schiller eine Verbindung zu einem alten, ungelösten Fall in Berlin. Sie sucht daher ihren ehemaligen Kollegen Sören Petersen auf und bittet ihn um Hilfe.
Petersen, der seine Karriere in der Mordkommission längst an den Nagel gehängt hat und inzwischen als Privatdetektiv arbeitet, willigt ein, die Kommissarin zu unterstützen. Die Ermittlungen entpuppen sich schnell als ein Stich ins Wespennest. Von der ehrgeizigen Staatsanwältin bis zur dubiosen Anführerin einer Sekte scheinen alle Beteiligten ihre eigene, verdeckte Agenda zu verfolgen. Und dann ist da auch noch der schweigsame Noah Mahlow, der als Einziger einen Mordanschlag des Heckenschützen überlebte.
Schon 1984 fragte sich Herbert Grönemeyer: „Wann ist ein Mann ein Mann?“ Gesellschaftlich scheint die Frage schnell beantwortet: Ein Mann ist stark, zeigt keine Gefühle und fungiert als stoischer Ernährer. Doch was bedeuten diese heteronormativen Zwänge für Schwule? Was ist Männlichkeit, wenn sie nicht an antiquierte Erwartungen gekoppelt ist? Sind Schwule, insbesondere einer jüngeren Generation, freier oder genauso gefangen in angelernten, aufgedrückten Mustern?
Tadeusz Manulski, gerade aus der Haft entlassener Dealer und Polizistenmörder, wird auf dem Berliner Winterfeldtplatz überfahren und tödlich verletzt. Das Auto gehört der Friedhofsgärtnerin Astrid Schmitt. Hat sie ein Motiv für den brutalen Mord oder war ihr Auto lediglich die Mordwaffe?
Die Ermittlungen fokussieren sich auf das Geschehen vor sechzehn Jahren, als durch eine verdeckte Ermittlung Manulskis Truppe aufflog. Hauptkommissarin Judith Rabe und ihr Team suchen nach Verbindungen zwischen damals und heute. Dabei stoßen sie auf Schweigen, Blockaden und Ungereimtheiten – und kommen nicht weiter.
Als Astrid Schmitt einen Mordanschlag knapp überlebt, erfährt der Fall eine dramatische Wendung: Judiths Freundin Elli Wendt gerät in den Kreis der Verdächtigen.
Getragen von der schier unersättlichen Sehnsucht nach Leben begibt sich Rachel, eine in Berlin lebende trans* Frau, hinaus in das ozeanische Gefühl ihrer Transition. Eingebettet ist die Erzählung in die Liebesgeschichte zu Noah sowie zu ihrem kleinen Kreis Vertrauter, die die beiden um sich geschart haben und die als Bollwerk fungieren gegen die zersetzenden Kräfte der Großstadt und einer unabgeschlossenen Vergangenheit, die immer wieder hineinragt in das Ringen Rachels um ein Leben und einen Körper, die ihr Frieden schenken mögen.
Dieser Debütroman ist zugleich Meditation über Ausschluss, Formen des geschlechtlichen Exils und der Ankunft, die intime Chronik einer Verwandlung und Zeugnis einer Stadt, die wie keine andere das Tor zum freien Fall ins eigene Begehren öffnet.
Myriam Sauer ergründet das Innenleben ihrer Charaktere mit psychoanalytischer Präzision und bettet sie in ein soziales Gefüge, das sich mal um sie windet und sie dann frei atmen lässt, wenn sie immer wieder die essentielle Frage allen menschlichen Seins in den Vordergrund stellt: Was heißt es, dem eigenen Verlangen wahrhaftig zu sein?
Was sind überhaupt queere Familien im Gegensatz zu anderen? Sind sie nicht am Ende Familien wie alle anderen auch, mit denselben Problemen, Konflikten und Möglichkeiten? Oder erfinden sie den Begriff „Familie“ für sich neu? Läuft dieses Modell nicht Gefahr, die Anpassung der alten Familie an ein neoliberales Modell endloser Flexibilität und Selbstkonstruktion, gar Selbstvermarktung zu werden? Spannende Anregungen, um Familie neu zu denken.
Innerhalb der LGBTIQ-Bewegung sind Drags nicht nur die sichtbarsten Katalysatoren, sondern unverzichtbares Inventar und Gelenkschmiere zwischen den Communitys. Welchen Anteil haben Queens und Kings mit ihrem demonstrativen Schulterschluss am queeren Fortschritt? Ist ihre dreiste Tuntigkeit eine verlässliche Wehr gegen die gesellschaftliche Marginalisierung? Und was hat Tschechow mit all dem zu tun?
Für viele Männer ist die Leder- und Fetischszene ein sicherer Ort, ein schwuler Ort, ein Ort, wo man sich unter anderen befindet, die ähnlich begehren und das betont Männliche, das Hypermaskuline inszenieren und zelebrieren. Diese „alternative“ Welt, die oft an versteckten Orten, hinter verschlossenen Türen und zu später Stunde stattfindet, schafft für viele Identität und Gemeinschaft. Doch woher kommt diese Sehnsucht nach Verortung und Zugehörigkeit?
Es verspricht, ein heißer Sommer zu werden. Ein Sommer, der einen Wendepunkt im Leben der drei Protagonist*innen Pina, Tom und Alex markieren wird. Inmitten der Hitze lauern die Verletzungen der drei Freund*innen gefährlich unter der Oberfläche, bereit hervorzubrechen.
Pina schrammt am Burnout vorbei, Tom stellt sich verdrängten Erlebnissen aus seiner Vergangenheit, während Alex sich nach seiner Mastektomie im Leben zurechtfindet. Die überheißen Monate bieten allen drei die ersehnte Gelegenheit, innezuhalten und im trägen Stillstand schwüler Nachmittage zu reflektieren. Im Gespräch mit Familie und Freund*innen lernen sie so neue Ziele an das Leben zu formulieren. Pina, Tom und Alex befinden sich auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und bedingungsloser Zugehörigkeit. Trotz all der Konfrontation – dieser Roman erzählt einen sanften Sommer.
Jannis\' Playlist ist eigentlich die seiner verstorbenen Mutter. Er hört ihre Musik immer dann, wenn er seine Mutter braucht und sich ihr nahe fühlen will. Diese Musik ist das Einzige, das ihm von ihr geblieben ist, Musik und viel Trauer, Schmerz und Wut.
Nach dem Zerwürfnis mit seinem Vater landet Jannis bei seiner Suche nach einem Neuanfang in Griechenland. Zusammen mit seinem Freund Joshua findet er Unterschlupf bei seiner griechischen Familie. Schnell leben sich die beiden im Dorf ein, was als temporärer Aufenthalt gedacht war, entwickelt sich zum Beginn eines neuen, gemeinsamen Lebens. Jannis muss jedoch bald erkennen, dass man die Vergangenheit nicht einfach zurücklassen kann: Neue tragische und brutale Ereignisse werfen Schatten auf das Leben des jungen Paares in seiner neuen Heimat.
Jannis\' Playlist erzählt vom Erwachsenwerden, von Trauer und Schmerz um den Tod geliebter Menschen und von der Liebe zweier junger Männer, deren Glück nicht selbstverständlich ist. Eine Geschichte, in der tragische Ereignisse, Düsternis und Melancholie sich mit humorvollen, zuversichtlichen und anrührenden Momenten die Waage halten.
Ende der fünfziger Jahre wird der 16-jährige Luca nach Deutschland geschickt, um als Saisonkraft in einer Eisdiele seine Familie in Norditalien zu unterstützen. Unter dem wachen Auge der Signora Colombo lernt Luca schnell die Strapazen einer Sieben-Tage-Arbeitswoche kennen und ist froh, dass er an den vielen Regentagen in jenem Sommer freibekommt.
An einem solchen verregneten Nachmittag begegnet Luca dem gleichaltrigen Gymnasiasten Hans, der unter den weiblichen Tresenkräften nur als der ›bel biondo‹ bekannt ist. Über alle Sprachbarrieren hinweg und mithilfe eines italienisch-deutschen Wörterbuchs lernen sich die beiden jungen Männer näher kennen und gemeinsam finden sie Worte für das, was sie als Teenager noch nicht benennen können.
Ein verregneter Sommer beschreibt atmosphärisch dicht die Welt der sogenannten Gastarbeiter:innen, die das Nachkriegsdeutschland entscheidend mitgeprägt haben, und lässt uns diese Zeit aus einer ganz eigenen Sicht erleben.
Madiha hat viele Widerstände überwunden, um ihren eigenen Weg zu finden und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Nun ist sie plötzlich in einer zerstörerischen Beziehung gefangen und fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Bevor sie sich noch weiter verstricken kann, fasst sie einen spontanen Entschluss, der sie selbst überrascht.
Zur gleichen Zeit setzt sich ihre Nichte Ayesha – eine vielversprechende Nachwuchsspielerin in der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft der Frauen – während eines Auslandsspiels von ihren Mitspielerinnen ab und macht sich auf den Weg zu ihrer Tante, von der sie sich Hilfe erhofft: Ayesha soll ihre Freundin Shamsha verführt haben und befürchtet nun von ihrer Familie schwerwiegende Konsequenzen bei der Rückkehr nach Pakistan.
„Alles, was ich tue, mache ich, um meiner Cousine nahe zu sein.“ Azadiyas Cousine wird von deren Vater ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen will. Nach dem Ehrenmord erkennt Azadiya, dass sie ihr Leben verändern muss, um frei zu werden: als jesidische Kurdin in Deutschland, die in eine streng gefügte Gemeinschaft hineingeboren wurde; als Lesbe; als Frau, die studieren, reisen und Fußball spielen will. Jahre später verlässt Azadiya ihre Familie. In diesem Buch berichtet sie von familiärer Gewalt, behördlichen Steinen im Weg, dem Sexismus im ganz normalen deutschen Alltag – und ihrem unbedingten Willen, frei zu sein und anderen Frauen zu helfen, sich ebenfalls zu befreien.
Breaking Free: Die wunderbare Welt des LGBTQ-Musicals ist das erste deutschsprachige Buch, das sich die Erfolgsgeschichte von LGBTQ-Darstellungen im Musical genauer anschaut. Eine Repräsentation, die inzwischen über Netflix, Amazon Prime und YouTube auch hierzulande ein Massenpublikum erreicht. Zudem stellt das Buch die vielen historischen und neuen Stücke vor, die am Broadway in New York oder am West End in London die LGBTQ-Musicalrevolution vorangetrieben haben – viele der entsprechenden Titel warten in Deutschland immer noch auf eine Erstaufführung, sind aber über digitale Portale inzwischen einfach zugänglich geworden. Herausgeber Kevin Clarke hat für Breaking Free eine Vielzahl prominenter Autor:innen gewinnen können sowohl etablierte Musicalforscher:innen aus den USA als auch junge Wissenschaftler:innen aus Deutschland. Das Vorwort schrieb Barrie Kosky, Interviews mit Musicalstars und Schauspieler:innen ergänzen die Beiträge.
„Gas geben und los!“, denken Madiha in Deutschland und Ayesha in Pakistan. Ein Roman wie ein Roadmovie – über Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben. Madiha hat viele Widerstände überwunden, um ihren eigenen Weg zu finden und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Nun ist sie plötzlich in einer lesbischen Gewaltbeziehung gefangen und fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Bevor sie sich noch weiter verstricken kann, fasst sie einen spontanen Entschluss, der sie selbst überrascht. Zur gleichen Zeit setzt sich ihre Nichte Ayesha – eine vielversprechende Nachwuchsspielerin in der pakistanischen Cricketnationalmannschaft der Frauen – während eines Auslandsspiels von ihren Mitspielerinnen ab und macht sich auf den Weg zu Madiha, von der sie sich Hilfe erhofft: Ayesha soll angeblich ihre Freundin Shamsha verführt haben und befürchtet nun von ihrer Familie schwerwiegende Konsequenzen bei der Rückkehr nach Pakistan.
„Wenn wir hier die ganze Scheiße hinter uns haben, fliegen wir zusammen nach Malibu!“ – ein Versprechen, das sich Jonas und David, beide 17, auf der Onkologie-Station geben. Sie teilen nicht nur dasselbe Zimmer, sondern durchleben auch gemeinsam Höhen und Tiefen im Kampf gegen den Krebs.
Eine intensive Freundschaft entsteht.
„Hast du Wurzeln geschlagen oder Angst, mit deiner Hühnerbrust gegen meinen geilen Oberkörper abzukacken?“ Die beiden träumen sich immer wieder in unterschiedliche Situationen hinein und duellieren sich mit verrückten Wetteinsätzen, was auch die 20-jährige Krankenschwester Tanja zu spüren bekommt.
Als Jonas entlassen wird und David im Krankenhaus zurückbleiben muss, erkennt Jonas schnell, dass er sein „früheres“ Leben nicht einfach wieder aufnehmen kann – zu viel hat sich verändert. Sein einziger Halt: Die Besuche bei David. „Beschreib mir bitte das Gefühl …“, eine Äußerung von David, die bei Jonas einen Automatismus in Gang setzt, der nicht mehr aufzuhalten ist. „Krass!“
Jetzt fehlt nur noch Malibu.
1993 wird zum wichtigsten Jahr in Theos Leben. Er ist ein ruhiger, leiser Teenager, dessen Leben sich vor dem Hintergrund seiner konservativen Familie nur mühsam gestaltet. Theo versteht, wie sehr er sich selbst schadet, wenn er die Vorurteile seiner Umgebung widerstandslos übernimmt.
Erst durch die besonderen Menschen in seinem Leben und vor allem durch die Entdeckung seiner Leidenschaft für die Gitarre und für das Schreiben eigener Lieder schafft Theo es, seine Stimme zu erheben und laut und deutlich den Respekt zu verlangen, der jedem Menschen zusteht. Die Musik bietet ihm dabei endlich das Ventil, um Klarheit zu finden: über sich selbst und seine Zukunft.
Durch seine Liebe zur Musik überwindet Theo immer stärker die Langeweile in der Schule, die Verbohrtheit seiner Familie, die Engstirnigkeit seiner Umwelt und schließlich führt ihn die Musik zu Etienne, einem jungen, selbstbewussten Künstler mit zerzaustem Lockenkopf und unwiderstehlichen Grübchen, der Theos Leben für immer verändern wird.
Als Tochter lesbischer Mütter selbst lesbisch – muss das sein? Mit dieser Frage schlägt sich nicht nur Laura herum. Auch ihre Mütter hoffen insgeheim auf eine spätpubertäre Phase. Doch nach dem tragischen Ende ihrer ersten Beziehung hat Laura sowieso ganz andere Probleme, die ausgerechnet ein Umzug nach Berlin lösen soll. Mittels jahrelang antrainierter Scheinkompetenz sichert sie sich kurz vorher nicht nur ein begehrtes WG-Zimmer im Szenekiez, sondern auch die lang ersehnte Stelle im Kindergarten.
Als bekennende Zweck-Pessimistin hält sie alles Perfekte für Heuchelei und glaubt, auf Rück- und Zwischenfälle bestens vorbereitet zu sein. Doch damit, dass die Dinge auch mal glatt laufen können, hat sie nicht gerechnet, und so stolpert sie mit schöner Regelmäßigkeit vor allem über die Steine, die sie sich selbst in den Weg gelegt hat.
Als sie sich auch noch in Torben verliebt, der ihr das Leben bieten könnte, das sie sich immer gewünscht hat, gerät ihr Selbstbild endgültig aus den Fugen.
Sommer an der Adria. Die queere Berliner Tätowiererin Jovana, genannt Jo, hilft für einige Wochen beim Tourismusunternehmen ihres Onkels im kroatischen Hafenstädtchen Rovinj aus. Wenn sie frei hat, geht Jo schwimmen oder trifft sich mit ihrer alten Freundin Maja.
Eines Tages begegnet sie am Strand der Grafikdesignerin Anja, die mit ihren Kindern Paulina und Tim Urlaub macht. Frisch geschieden von deren Vater ist Anja froh, einmal rauszukommen aus dem heimischen Hamburg. Vom ersten Moment an fühlen sich die beiden Frauen zueinander hingezogen – und sie gehen nicht nur miteinander Eis essen.
Abwechselnd erzählt aus der Perspektive von Jovana und Anja schweift der Blick auch immer wieder in die Vergangenheit der aus höchst unterschiedlichen Verhältnissen stammenden Frauen. Während Anja in einer wohlhabenden Familie aufwuchs, musste Jovana mit ihrer Schwester und den Eltern zu Beginn der Neunziger aus dem zerfallenden Jugoslawien fliehen.
Luis Vöckler ist drei Jahre alt, als er das erste Mal seinen größten Wunsch äußert: Er möchte ein Mädchen sein so wie sein Vorbild die Eiskönigin Elsa. Das ist nur eine Phase, denken seine Eltern Maria und Cai und lassen ihm zu Hause den Spaß am Verkleiden. Doch mit der Zeit merken sie, dass in ihrem kleinen Sohn tatsächlich ein Mädchen stecken könnte. Für die ganze Familie beginnt ein Auf und Ab der Gefühle.
Maria Vöckler erzählt vom Leben mit ihrem trans* Kind Luisa. Sie geht offen mit dem Thema um, bezieht den Kindergarten mit ein. Und zunächst scheint alles gut zu laufen. Doch dann beschweren sich andere Eltern bei der Leitung des Kindergartens, die daraufhin das Jugendamt einschaltet. Der Vorwurf: Kindeswohlgefährdung.
Maria Vöcklers ganz persönliche Geschichte schreibt die Journalistin Sara Schurmann auf. Sie hatte im Sommer 2019 für ein Interview nach Eltern von trans* Kindern gesucht. Die Recherche war nicht leicht, Maria Vöckler war aber schließlich bereit dazu, von ihren Erfahrungen zu erzählen
Der Einfluss von AIDS auf die Welt des Sexuellen lässt sich bis heute global nachzeichnen. Der Essay führt spezifische Wirkungen des Immunschwächesyndroms auf schwule Männer aus. Als Krankheit und als Metapher. Kann man von einem kollektiven Trauma schwuler Männer sprechen? Mit einem Blick zurück durch die von AIDS geprägten schwulen Generationen kommen Positionsbestimmungen ebenso zum Zuge wie wissenschaftliche Studien.
Als queere Menschen haben wir mit Ausgrenzung und Diskriminierung zu tun. In der Hoffnung, endlich dazuzugehören, verhalten sich viele „szenekonform“, was unsere Kreise oft zu exklusiven Clubs werden lassen, die sich immer wieder als gnadenlos gegenüber denen erweisen, die nicht sexy genug oder politisch auf Linie sind. Wie können politische Räume und „safe spaces“ liebevoller und inklusiver, aber dabei trotzdem nicht beliebig werden?
Die einen frönen dem nackten Vergnügen, andere beugen sich der Mühsal emanzipatorischer Kämpfe. Vom Glück einer solidarischen Protestkultur, die beides miteinander verschmilzt, berichtet dieses Bändchen. Statt scharfen Winden mit schlagenden Wettern zu antworten, propagiert die Autorin unbeirrte Sommerfrische. Sich in Queerfulness zu üben, stärkt die Community und formt aus verstreuten Buchstaben eine lustvolle Legion.
Es ist ein sonniger Tag im Mai: Die Stadt erfreut sich am Frühling und keine kann das so wie Berlin. Bruno Balz – Schöpfer unvergesslicher Evergreens wie Der Wind hat mir ein Lied erzählt und Kann denn Liebe Sünde sein? – trifft Vorbereitungen für ein Rendezvous. Er ist aufgeregt, denn seine neue Bekanntschaft ist um einige Jahre jünger und Bruno weiß um das Filigrane eines solchen Beginns.
Als es an der Tür schellt, glaubt er, der junge Mann sei da. Doch unvermittelt platzen Heinz Rühmann und Grethe Weiser in diese Vorfreude und laden sich selbst zu Tee und Sherry ein. Und auch Zarah Leander taucht auf; zutiefst verzweifelt, weil ihr Stammkomponist sie wegen einer jüngeren Sängerin abserviert hat.
Bruno wird die drei nicht los. Immer wieder erinnert er sich an seine Anfänge in den 20ern und an die großen Erfolge beim Film. Später am Nachmittag findet sich Bruno im dunklen Flur wieder und ist nur noch erschöpft. In dem Moment klingelt es an der Tür.
Sören Petersen hatte schon bessere Tage: Nach einer gescheiterten Beziehung und einem unrühmlichen Karriereende bei der Berliner Mordkommission schlägt er sich als Privatdetektiv durch. Zunächst glaubt er bei seinem neuen Fall an einen Routineauftrag: Für die dubiose Anwältin Constanze Stark, die für ihre prominenten Kunden heikle Probleme diskret aus dem Weg räumt, soll er den verschwundenen Sohn einer bekannten Politikerin finden. „Bambi“, so der Spitzname des Vermissten, galt als attraktiv, sympathisch und treuherzig. Doch dann stößt Petersen bei seinen Ermittlungen auf ein Netz aus Intrigen und undurchsichtigen Verstrickungen, die von der schwulen Szene um den Nollendorfplatz bis ins Berliner Regierungsviertel reichen.
Als eine übel zugerichtete Leiche im Tiergarten gefunden wird, kommt es zu einer dramatischen Wendung – und Sören gerät selbst ins Visier seiner Ex-Kollegen vom Landeskriminalamt. Doch seine Auftraggeberin hält schützend ihre einflussreichen Hände über ihn. Und so stellt sich Petersen bald die Frage, welche Rolle Constanze Stark in diesem Fall zukommt. Ist er nur eine ihrer Marionetten in diesem tödlichen Spiel?
Eine Nacht, die alles verändert. Eine Nacht, nach der alles anders ist, alles im Rausch verschwimmt.
Samstagabend in Berlin: fünf junge Menschen streifen allein oder mit Freunden durch die Stadt auf der Suche nach Musik, Rausch und Gemeinschaft. Eine schicksalshafte Nacht, in der Pakte geschlossen, Herzen gebrochen, Geschlechtergrenzen sich auflösen und neue Wege beschritten werden.
Neben den Protagonist*innen wird die Stadt in diesem Episodenroman zu einer der Hauptfiguren. Ein Berlin-Roman, der uns rasant durch das Nachtleben führt, als wären wir dabei im bass-schweren Club.
Ein nackter junger Mann in der Sauna ist durchaus nach dem Geschmack von Kommissar Steffen Lenz – wenn er ihm auch lebendig bedeutend lieber gewesen wäre. Schließlich hat der Polizist, Mitte 30, eine Schwäche für körperliche Genüsse und einen Hang zu dem, was manche „Laster“ nennen würden.
Der Fall selbst erscheint erst einmal nicht allzu kompliziert, was Steffen Lenz in der Vorweihnachtszeit mit all ihren Grauen durchaus entgegenkommt. Leider wird, was einfach scheint, doch sehr verwirrend.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf zwei schwule junge Männer, die zum Tatzeitpunkt in der Sauna gesehen wurden. Einer von beiden ist flüchtig. Der andere hat durch eine Kopfverletzung sein Gedächtnis verloren. Er ist entweder Zeuge, Täter oder weiteres Opfer. Um dem Geschehen auf den Grund zu gehen, ermittelt Steffen Lenz des öfteren am Rand des Erlaubten. Privat und dienstlich zu trennen war dabei noch nie seine Stärke.
1936, Wiener Heldenplatz. Eine Odyssee durch das 20. Jahrhundert. Der Kampf um Freiheit, die sich zwei Männer ihr ganzes gemeinsames Leben lang nicht nehmen lassen.
Im Juni 1936 lernt der 17jährige Felix auf dem Wiener Heldenplatz den nur wenige Jahre älteren Kilian kennen. Aus der Liebe auf den ersten Blick wird eine Beziehung fürs Leben – gegen alle Widrigkeiten, die ihnen die scheiternde erste österreichische Republik, Nationalsozialismus und das neue Österreich nach 1945 entgegensetzen.
Ihre junge Liebe vermag der Ständestaat mit dem erstarkenden Nationalsozialismus ebenso wenig zu zerstören wie die reaktionären Mitläuferfamilien, aus denen die beiden schwulen Männer stammen.
Ihr Leben zu zweit ist nicht nur eine große Beziehungsgeschichte, in der sich die beiden Jungs zu ihren erwachsenen Persönlichkeiten entwickeln; es ist genauso eine packende Chronik der mühsam erkämpften Fortschritte, die Felix und Kilian mehr und mehr ermöglichen, ein freies und offenes schwules Leben zu führen. Der Innsbrucker Autor Markus Jäger erzählt so nicht nur von zwei Männer und ihrem Kampf um Freiheit, sondern zugleich eine schwule Gesellschaftsgeschichte.
Ein schwieriger Fall für den Hamburger Kommissar Anders Lövgren: Er ermittelt vor der Kulisse der größten Unterhaltungsshow der Welt, dem Eurovision Song Contest (ESC). Es gilt die höchste Sicherheitsstufe für die drei Shows, die in der Hansestadt produziert werden: zwei Semifinals und das große Finale am Samstag.
Während der ersten Live-Sendung passiert das Unfassbare: Auf der Bühne explodiert ein Sprengsatz. Die Moderatorin der Show kommt dabei ums Leben. War es ein Unfall? Ein Attentat?
Getreu dem Motto „The show must go on“ läuft der ganze Wettbewerb weiter. Kommissar Andres Lövgren findet schnell heraus, dass der Anschlag nicht dem tatsächlichen Opfer gegolten hat, sondern dem schwedischen Superstar Lissi Sander. Die Sängerin entgeht weiteren Anschlägen nur knapp; für sie besteht höchste Lebensgefahr. Alles läuft auf einen großen Showdown während des Finales am Samstagabend hinaus, das 200 Millionen Menschen live vor dem Fernseher verfolgen.
Kinzbach ist ein Dorf am Ende eines schmalen Tals, inmitten der dunklen Wälder des Spessarts. Viele Jahre hat Robert seine alte Heimat gemieden. Die bedrückende Enge hat er gegen die treibende Freiheit Berlins eingetauscht.
Er hatte auch keinen wirklichen Grund zurückzukehren: Mit seinen Eltern verbindet ihn bestenfalls ein gespaltenes Verhältnis, seine Jugendliebe endete tragisch, mit der besten Schulfreundin hat er sich überworfen. In der schwulen Subkultur der Hauptstadt findet er hingegen nicht nur eine große Liebe, sondern auch sich selbst.
Doch dann wird er ans Krankenbett seiner geliebten Großmutter gerufen, und die Reise in die Provinz wird zu einer Begegnung mit der Vergangenheit. Die magischen Wunder der Kindheit kehren zurück, aber auch die Wunden, die nur oberflächlich vernarbt sind, brechen wieder auf. Und dunkle, tief vergrabene Geheimnisse, die besser hätten vergessen werden sollen, kommen an die Oberfläche.
Robert irrt durch sterile Krankenhauszimmer, miefige Einfamilienhäuser, unheimliche Scheunen und dunkle Wälder. Auf der Suche nach sich selbst verliert er sich in einem Labyrinth aus Erinnerungen – zerrissen von den beiden großen Lieben seines Lebens.
Am Schwulenstrand des Berliner Wannsees wird ein menschliches Bein angeschwemmt. Es hat vermutlich mehrere Wochen im Wasser getrieben – jedenfalls ist es schon etwas verwest und von unterschiedlichem Getier angeknabbert. Durch die Obduktion erfährt man, dass es zu einem circa 35jährigen Mann gehörte.
Der Fund stellt den Kommissar Steffen Lenz und sein Team vor Rätsel. Natürlich durchsuchen sie den ganzen Wannsee und die Umgebung nach weiteren Leichenteilen, gleichen die DNA mit der Kartei ab, durchforsten die Vermissten-Meldungen – Ergebnis: nichts.
Immerhin gefällt es Kommissar Lenz, am Schwulenstrand zu ermitteln, gerade in diesem heißen Sommer. Schließlich hat der Polizist eine Schwäche für körperliche Genüsse und einen Hang zu dem, was manche „Laster“ nennen würden.
Und dann taucht plötzlich eine Leiche auf und es beginnt ein kriminalistisches Puzzlespiel, das in ungeahnte Welten und Abgründe führt.
Es beginnt mit Kleinigkeiten: Karsten verlegt seinen Schlüsselbund, er vergisst einen geschäftlichen Termin, manchmal fallen ihm Worte nicht mehr ein. Als sein Arzt Alzheimer diagnostiziert, bricht für ihn und seinen Freund Roman eine Welt zusammen. Gemeinsam versuchen sie, der Krankheit die Stirn zu bieten, schöpfen Hoffnung und stecken Niederlagen ein, weichen Stück für Stück zurück. Bis Roman erkennt, dass er eine Entscheidung treffen muss. Noch einmal trommelt er Freunde und Familie zusammen, noch einmal feiern Karsten und er ein rauschendes Fest, an einem Wochenende voller Lachen und Tränen. Mit Haus voller Wolken beweist Stressenreuter erneut, warum er zu den wichtigsten zeitgenössischen schwulen Autoren im deutschsprachigen Raum gehört. Mit berührenden Bildern, einer einfühlsamen, schnörkellosen Sprache und leisem Humor wagt er sich an ein Thema, dem in Zukunft immer mehr Beachtung geschenkt werden wird, auch von schwulen Männern.
Theo Brunner ist der Inbegriff eines charmanten Wieners, dem die Mädchen reihenweise erliegen. Auch die russische Adlige Aglaja Struzhanova verliebt sich widerstrebend in Theo, denn sie hat erst vor Kurzem in den Revolutionswirren ihre Geliebte verloren und will sich ihre Gefühle für Theo nicht eingestehen. Theos Leben ist eine Gratwanderung, denn obgleich sie von allen für einen jungen Mann gehalten wird, verbirgt sich hinter dem unwiderstehlichen Herrn Brunner die nicht minder bezaubernde Theodora, die eine Profession gewählt hat, in der sie als Frau niemals eine Chance gehabt hätte: das Bestattungsgewerbe. Kenntnisreich und respektvoll umsorgt Theo die Verstorbenen bei Pietät Huber, bis der Chef ihr auf die Schliche kommt und Theo die Zeit des Ersten Weltkrieges im Leichenkeller eines Krankenhauses verbringt, wo sie ihre Techniken perfektioniert. Als sie und Aglaja sich näher kommen und Theo ihre Identität lüftet, beginnen die Schwierigkeiten erst richtig, denn in Österreich stehen Beziehungen zwischen Frauen noch unter Strafe.
Offen schwul beim Kampf um eine olympische Medaille – und das in Russland! Als Fabian an der Startschranke bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi steht, die Skistöcke in den Schnee gerammt, jeden Muskel im Körper wie eine Feder angespannt, und auf den Startschuss wartet, schießen ihm viele Gedanken durch den Kopf. Hat er das Zeug dazu, dem Favoriten, dem Russen David Koslow, eine Medaille abzutrotzen? Vielleicht sogar Gold im Ski-Alpin für die Schweiz zu gewinnen? Und vor allem: Wird ein Sieg dem gut aussehenden Slalom-Genie Florian Häusle imponieren und beweisen, dass es sich trotz des Medienrummels um die Anti-Homosexuellen-Propaganda-Gesetze unter Putin lohnt, öffentlich Stellung zu beziehen? Denn auch im Ski-Alpin kann ein offen schwul lebender Sportler nach Gold streben!
Spanien nach dem Bürgerkrieg. Der Alltag unter der Diktatur von Franco ist düster. Lina und Gustavo schütteln die familiären Zwänge ab, wandern frisch vermählt in das spanische Protektorat Marokko aus – nach Bab-Qarfa, einem Militärstützpunkt im Rif-Gebirge. Bald erkennt Lina, sie ist nicht die Frau, die Gustavo fern der Heimat braucht. Nach langer Wartezeit auf Nachkommenschaft belebt schließlich ein Sohn die zerrüttete Ehe der Caleros. Sie nennen ihn Pablo. Pablo ist acht Jahre alt, als eine dickstämmige Zeder Gustavos Kopf zerschmettert. Pablo, ein schon immer in sich gekehrter Junge, wird noch verschlossener nach dem Tod des Vaters. Bei Lina findet er Geborgenheit und Wärme, auch bei Ernesto Merino, Naima und Idir Ben Rahman … 1956, Unruhen brechen aus. Marokko erreicht seine Unabhängigkeit. Lina Calero trifft die Entscheidung, Marokko zu verlassen, in Richtung Heimat, nach Barcelona. Pablo ist inzwischen ein junger Mann geworden. Zunehmend stellt er sich Fragen. Wieso spricht seine Mutter kein Wort über Bab-Qarfa? Was ist aus seinen Freunden geworden? Entschlossen löst Pablo Calero den Vorsatz ein, den er seit geraumer Zeit mit sich herumträgt: Er kehrt zurück nach Marokko, nach Bab-Qarfa, um sich auf die Suche nach seiner Geschichte zu machen.
EUR 9,99
(KU)
Querverlag
382 Seiten
#schwul Weitere Infos
Als sich Jakob und Marius in den achtziger Jahren ineinander verlieben, regiert in Deutschland gerade viel belächelt Helmut Kohl; in der Sowjetunion versucht Michail Gorbatschow mit Perestroika und Glasnost einen politischen Wandel herbeizuführen. In der schwulen Szene dagegen ist dies die Zeit der schnauzbärtigen Ledermänner, von Frankie Goes to Hollywood und ungehemmter Promiskuität, bis plötzlich und unerwartet eine tödliche Epidemie alles ändert – Aids. Mehr als zwanzig Jahre später droht Jakobs Beziehung zu seinem Freund Arne zu scheitern: Nach einem Streit, in dem Arne Jakob vorwirft, den Tod von Marius nicht verarbeitet zu haben, verlässt er die gemeinsame Wohnung und verschwindet aus Jakobs Leben. Also begibt sich Jakob auf Spurensuche. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von dem 23-jährigen Philip, der ihm zeigt, dass man im neuen Jahrtausend auch anders mit einem positiven Testergebnis umgehen kann. In seinem neuen Roman Wie Jakob die Zeit verlor erzählt Stressenreuter eine Liebesgeschichte aus einer Zeit, deren Schrecken lange tabuisiert worden sind – schonungslos, ehrlich und außerordentlich berührend.
Der Schweizer Student Sascha Burger weiß zwar, dass er der Urenkel der britischen Königin Elisabeth II. ist, doch wirklich ernst genommen hat er seine Familiengeschichte bisher nicht. Immerhin wurde sein Zweig vom königlichen Stammbaum abgesägt, da seine britische Mutter einen katholischen Schweizer Financier heiratete. Völlig unvorbereitet trifft ihn daher die Nachricht aus Großbritannien, er sei nun doch nicht aus der Thronfolgeliste gestrichen worden. Somit könnte Sascha nun theoretisch der übernächste britische König werden. Eine Audienz bei Sir Geoffrey von der royalen Prinzenaufsicht und sogar bei der Queen ist jetzt unausweichlich. Sascha und sein Lebenspartner Simon geraten in ein Kreuzfeuer zwischen konservativ-religiösen Monarchisten und Paparazzi, denn bei einer Institution wie dem britischen Adelsgeschlecht wundert es nicht, dass es erheblichen Widerstand aus vielen Richtungen gibt. Mit seinem „Was wäre wenn?“-Szenario schafft Roland Brodbeck eine unerwartete und spannungsgeladene Situation, in der die Weltgeschichte völlig neu geschrieben werden müsste. Eins ist aber klar: The queen is not amused!
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